Paoskenstaken am Ostersonntag in Ochtrup, Kreis Steinfurt, Münsterland / Nordrhein-Westfalen

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Osterbräuche

Osterräderlauf in
der Osterräderstadt Lügde am
1. Osterabend

Jedes Jahr am ersten Sonntag nach dem ersten Früh1ingsvollmond lädt man in Luegde, bei Bad Pyrmont, im Weserbergland, dem überlieferten Brauch der Väter folgend, am ersten Ostertag bei Einbruch der Dunkelheit, etwa gegen 21 Uhr, sechs brennende Räder vom Osterberg ins Tal der Emmer rollen. weiter

Der Osterhase ist heute als österlicher Eierbringer bekannt. Erste Belege für den Osterhasen aus dem Jahre 1678 sind von Georg Franck. weiter

Ostereier sind die zum Osterfest verschenkten bunten und aus verschiedenen Materialien hergestellten Eier. weiter

Zum christlichen Osterfest gehört auch das Osterlamm. Entstanden ist das Osterlamm aus dem Ritual der Juden zum Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen. weiter

Paoskenstaken am Ostersonntag in Ochtrup, Kreis Steinfurt, Münsterland / Nordrhein-Westfalen

Zurück zur Seite 1 – Bei jedem Wetter versammelten sich am ersten Ostertag, gleich nach dem Mittagessen, die Junggesellen der Stadt Ochtrup in ihrem Bereich, denn das Brauchtum Paoskenstaken wurde und wird in gleicher Weise von den Bewohnern verschiedener Ortsteile praktiziert.

Unter Anführung eines Altgesellen, der als Heiratskandidat des Jahres galt und der die Rolle des "Judas" übernahm, zogen die Junggesellen von Haus zu Haus, um den Bewohnern "Fröhlike Fierdag" zu wünschen. In der Hand trug er einen ledernen Geldbeutel und klirrte als Aufforderung zu weiteren Spenden mit den bereits gesammelten Münzen. War der Rundgang beendet, ging's zum nächsten Krämer, um eine kurze Pfeife und ein Päckchen Tabak zu kaufen.

Damit wanderte die Gruppe unter allerlei Späßen zu einem Bauernhof, um dort eine Telge (junge Eiche) gegen die Pfeife und den Tabak, den "Judaslohn", einzutauschen. War man sich handelseinig, wurde im nahen Busch nach alter, festgelegter Ordnung eine Jungeiche ausgesucht, gefällt und von den Zweigen befreit. Oben blieb allerdings eine Art Gaffel stehen. Mit Hilfe der stärkeren Äste wurde der Baum dann im feierlichen Zuge zum Festplatz getragen.

Inzwischen hatten sich hier viele Schaulustige eingefunden. In der Gaffel des Stakens wurde eine Teertonne, vollgestopft mit Buchenholz und Stroh, der "Judas" angebracht. Mit Mühe und unter vielen Scherzworten erfolgte die Aufrichtung und Verankerung in einem vorbereiteten Loch. Neuerdings ist es auch üblich geworden, den Stamm mit Reisig und Stroh zu umwickeln, um das Anzünden des "Judas" zu vereinfachen. Die Regel aber war und ist das der Älteste Junggeselle mit einem brennenden Strohwisch an einer langen Bohnenstange den Inhalt der Tonne ansteckte.

Beim lodernden Feuermal und mit entblößten Häuptern erklangen dann die alten, frohen Osterlieder beginnend mit: "Das Grab ist leer, der Held erwacht." War die Tonne fast verkohlt, aber noch nicht ganz vom Staken heruntergefallen, wurde der Rest mit Steinen heruntergeholt. Es war das so genannte "Füer utsmieten". Erst dann wurde die acht Meter und mehr hohe Telge wieder ausgegraben und in heiterer Stimmung zur Verschacherung in die Stadt getragen.

Immer dann, wenn reichlicher Alkoholgenuß im Spiel ist, besteht die Gefahr einer Ausartung. Auch davon muß korrekterweise berichtet werden.
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