Paoskenstaken am Ostersonntag in Ochtrup, Kreis Steinfurt, Münsterland / Nordrhein-Westfalen |
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Paoskenstaken am Ostersonntag in Ochtrup, Kreis Steinfurt, Münsterland / Nordrhein-WestfalenZurück zur Seite 1 Bei jedem Wetter versammelten sich am ersten Ostertag, gleich nach dem Mittagessen, die Junggesellen der Stadt Ochtrup in ihrem Bereich, denn das Brauchtum Paoskenstaken wurde und wird in gleicher Weise von den Bewohnern verschiedener Ortsteile praktiziert. Unter Anführung eines Altgesellen, der als Heiratskandidat des Jahres galt und der die Rolle des "Judas" übernahm, zogen die Junggesellen von Haus zu Haus, um den Bewohnern "Fröhlike Fierdag" zu wünschen. In der Hand trug er einen ledernen Geldbeutel und klirrte als Aufforderung zu weiteren Spenden mit den bereits gesammelten Münzen. War der Rundgang beendet, ging's zum nächsten Krämer, um eine kurze Pfeife und ein Päckchen Tabak zu kaufen. Damit wanderte die Gruppe unter allerlei Späßen zu einem Bauernhof, um dort eine Telge (junge Eiche) gegen die Pfeife und den Tabak, den "Judaslohn", einzutauschen. War man sich handelseinig, wurde im nahen Busch nach alter, festgelegter Ordnung eine Jungeiche ausgesucht, gefällt und von den Zweigen befreit. Oben blieb allerdings eine Art Gaffel stehen. Mit Hilfe der stärkeren Äste wurde der Baum dann im feierlichen Zuge zum Festplatz getragen. Inzwischen hatten sich hier viele Schaulustige eingefunden. In der Gaffel des Stakens wurde eine Teertonne, vollgestopft mit Buchenholz und Stroh, der "Judas" angebracht. Mit Mühe und unter vielen Scherzworten erfolgte die Aufrichtung und Verankerung in einem vorbereiteten Loch. Neuerdings ist es auch üblich geworden, den Stamm mit Reisig und Stroh zu umwickeln, um das Anzünden des "Judas" zu vereinfachen. Die Regel aber war und ist das der Älteste Junggeselle mit einem brennenden Strohwisch an einer langen Bohnenstange den Inhalt der Tonne ansteckte. Beim lodernden Feuermal und mit entblößten Häuptern erklangen dann die alten, frohen Osterlieder beginnend mit: "Das Grab ist leer, der Held erwacht." War die Tonne fast verkohlt, aber noch nicht ganz vom Staken heruntergefallen, wurde der Rest mit Steinen heruntergeholt. Es war das so genannte "Füer utsmieten". Erst dann wurde die acht Meter und mehr hohe Telge wieder ausgegraben und in heiterer Stimmung zur Verschacherung in die Stadt getragen. Immer dann, wenn reichlicher Alkoholgenuß im Spiel ist, besteht die
Gefahr einer Ausartung. Auch davon muß korrekterweise berichtet werden. Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 .
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Stand:Thursday, 12. April 2007 |