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Paoskenstaken am Ostersonntag in Ochtrup, Kreis Steinfurt, Münsterland / Nordrhein-WestfalenZurück zur Seite 2 So erschien in der örtlichen Presse zum Paoskenstaken Ostern 1928 eine heftige Kritik. Es wurde erwähnt, daß im Prinzip der Ablauf des Festes viel Freude bereite, es aber nicht schön sei, wenn der Erlös der Sammlung und Versteigerung des Paoskenstakens in Schnaps umgesetzt würde. Das sei der hohen Festtage unwürdig. Viele Bewohner fühlten sich verletzt, wenn als Folge des reichlichen Alkoholgenusses junge Leute sich bis in die Nacht hinein johlend auf den Straßen bewegten und den Bürgern der abendliche Oster-Rundgang über den Berg durch Belästigungen verleidet würde. Vom Wasserturm aus (er steht heute nicht mehr) konnte man einen weiten Blick in die nächtliche münsterländische Tiefebene werfen mit kaum zu zählenden Osterfeuern Wille zur Änderung Es erfolgte der Aufruf, die "Sitten verfeinernd hier einzugreifen". So könne z. B. der Erlös des Paoskenstakens einem guten Zweck dienstbar gemacht werden. Der Mut zur Korrektur war immer vorhanden. An Bestehendem wurde festgehalten, aber auch über die Fehler von gestern nachgedacht. Mit dem Paoskenstaken bewahren zur Zeit in Ochtrop die Ortsteile Horst und Dränke ein Stück unverfälschter alter Tradition. Damit war aber das alte Zeremoniell keineswegs beendet. Die Versteigerung begann, geleitet vom Altgesellen (Judas). Er schritt die Telge einige Male ab, pries wortgewaltig ihre Qualität und Verwendungsmöglichkeiten, berechnete die Festmeter und stellte zum Beispiel Überlegungen an, wieviel Möbelstücke, Sticken (Streichhölzer) usw. der Stamm wohl hergeben würde. Der meistbietende Wirt erhielt den Zuschlag. Nach dieser Auktion ordnete sich die Gesellschaft und zog unter Glockengeläute dreimal um die Kirche. Dabei wurden wieder altbekannte Osterlieder gesungen. Dann ging es zum Pastorat, um einen Teil des gesammelten Geldes dem Pfarrer für Totenmessen, aber auch für andere caritative Zwecke, zu überreichen. Das war der Ausklang der offiziellen Spiele. Alles andere Geld wurde bei einem feucht-fröhlichen Abschluß in der Schankwirtschaft des Paoskenstaken-Ersteigerers verzehrt. weiter zur Seite 4 Seite 1 | Seite 2
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Stand:Thursday, 12. April 2007 |